Göttliche Gemeinschaft oder . . .

Die Gemeinschaft von Vater und Sohn

(Joh 17,9-11) Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein (und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein), und ich bin in ihnen verherrlicht. Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, gleichwie wir.

Das Gebet des Herrn Jesus für Seine Gemeinde ist ein ganz wesentlicher Text zum Verständnis der Einheit, Herrlichkeit und Gemeinschaft Gottes sowie der Einheit, Herrlichkeit und Gemeinschaft der Gemeinde. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn soll sich im Verhältnis der Christen untereinander widerspiegeln.

Gott ist eins, obwohl Er sich in drei Personen offenbart. Wer den Sohn gesehen hat, hat demnach den Vater gesehen (Joh 14,9), denn Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes (Kol 1,15), Sein Abglanz und Seine Herrlichkeit (Heb 1,3). Der Vater und der Sohn sind zwar zwei Personen, aber nur eine Gottheit, kommt der Heilige Geist hinzu, dann sprechen wir von drei Personen des einen Gottes. Wir müssen das nicht verstehen können, denn wer sich anmaßt, Gott zu begreifen, der ist wie einer, der meint, den Wind in seiner Faust fassen, oder das Universum mit seiner Handspanne vermessen zu können.

Die Einheit Gottes ist keine philosophische oder theoretische Sache, sondern ganz praktisch. Der Sohn redet nichts anderes, als was Er vom Vater gehört hat (Joh 8,28); Er tut nichts anderes, als Er vom Vater gelernt hat (Joh 5,19). Im Reden und im Handeln herrscht vollkommene Einheit. Und ein weiterer, oft übersehener Aspekt der Einheit ist die Gemeinschaft der Güter: „Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein.“. Fürs erste scheint es so, als ob es nur um Menschen ginge. Doch dazu ist diese Aussage zu allgemein formuliert. Vielmehr wird das, was im Speziellen gilt, mit einer allgemeinen Tatsache begründet. Was gehört Gott? Alles. Die Erde ist des Herrn und ihre Fülle (Ps 24,1). Gehört alles dem Sohn zugleich? Ja, denn alles ist durch Ihn und für Ihn geschaffen (Kol 1,15-17). Alles, was wir um uns herum wahrnehmen – vom Wasser, das wir trinken, und der Luft, die wir atmen, bis zum entferntesten Stern im Universum – ist Sein Eigentum. Und des Vaters. Alles gehört beiden gleichermaßen. Die Gemeinschaft zwischen Vater und Sohn zeigt sich also darin, dass beide dasselbe sagen, dasselbe tun und dasselbe besitzen.

(1. Joh 1,3+4) „Was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.“

Christliche Gemeinschaft ist nicht nur zwischenmenschlich, sondern ist zugleich Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn. Das bedeutet, dass all das, was von der Gemeinschaft zwischen Vater und Sohn gilt, in unsere christliche Gemeinschaft hineinwirkt.

Was sollen wir reden und tun? Wir sollen alle dasselbe reden, meinen und gleich gesinnt sein untereinander (1.Kor 1,10); unser Reden und Tun soll alles im Namen Gottes geschehen (Kol 3,17) Was wir tun, die guten Werke, hat Gott uns bereitet (Eph 2,10). Wir leben als Nachahmer Christi (1.Kor 11,1). Hier ist kein Unterschied zum Reden und Tun des Vaters und des Sohnes. Wir sind in die Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes aufgenommen.

Außerdem betrachten wir nichts mehr als unser Eigentum (Apg 4,32), alles gehört uns gemeinsam (Apg 2,4-45). Unsere Gemeinschaft betrifft also nicht nur die geistlichen sondern auch die materiellen Güter (Röm 15,27). Außerdem sind wir als Kinder Gottes Miterben mit Christus (Röm 8,17), sodass wir buchstäblich bekennen dürfen: Alles gehört (auch) uns! Es sei Welt, Leben, Tod, Gegenwärtiges oder Zukünftiges (1.Kor 3,21-23)! So sind wir auch in die Gütergemeinschaft des Vaters und des Sohnes aufgenommen! Blicke um Dich! Das Wasser, das Du trinkst, die Luft die Du atmest und der entfernteste Stern im Universum: Alles gehört Gott, und Du bist Sein Kind und Hausgenosse!

Alexander Basnar, Februar 2007

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