Das Königreich wird sichtbar

Wie im Himmel, so auf Erden

Was ging verloren, als Adam und Eva Eden verlassen mussten?
Was soll kommen, wenn alle Dinge wiederhergestellt werden?
Was hat das mit uns zu tun?

Das Reich Gottes ist die zentrale Botschaft des Herrn Jesus, und die Gemeinde ist eine Vorwegnahme dessen, was kommen wird. Wenn wir zu beten gelehrt wurden „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden“, dann ist die Gemeinde Gottes der erste Ort auf Erden, wo man die Erhörung dieser Bitte erwarten muss.

Wie wird diese Bitte erfüllt? Durch Gehorsam. Das klingt banal, aber wie soll der Wille Gottes sonst erfüllt werden? Gott ist König, und wir sind Seine Untertanen. Was in Eden passierte war Ungehorsam gegenüber dem einzigen ausgesprochenen Gebot Gottes. Und durch den Ungehorsam ging sehr viel verloren:

Der Zugang zum Baum des Lebens

Adam und Eva musste der Zugang zum Baum des Lebens verwehrt werden, damit sie nicht mehr ewig leben. Ein Mensch, der Gott ungehorsam ewig lebt, ist ein Fluch für die ganze Schöpfung. Die Sterblichkeit des Sünders ist eine notwendige Schadensbegrenzung.

Die Freiheit der Kinder Gottes

Adam und Eva, sowie ihre Nachkommen, leben außerhalb Edens unter der Macht des Teufels, dem sie sich durch den Ungehorsam versklavt haben. Unsere Natur ist verdorben, die Neigung zur Sünde zwanghaft. Der Kampf zwischen den Nachkommen der Schlange und jenen der Frau wird erst durch den Messias entschieden (Gen 3,15).

Kurz gesagt, lässt sich der ganze Schaden, den der Sündenfall angerichtet hat, als Verlust des Lebens und der Freiheit beschreiben.

Beides wird im Himmel völlig wiederhergestellt für jene, die sich hier auf Erden schon zum Leben befreien lassen. Das ist die Summe der guten Botschaft des Evangeliums: „Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen.“ Jesus Christus, der uns durch das Lösegeld Seines Blutes aus der Macht der Sünde und des Teufels freigekauft hat, eröffnet uns einen neuen Zugang zum Reich Gottes. Eine Verheißung für die Zukunft, sowie Freiheit und Leben bereits in dieser Zeit. „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“, ist die sichtbare Folge des Glaubens.

Was bedeutet das für uns heute?

Wir haben einen neuen Baum des Lebens: Jesus Christus! Wenn wir mit Ihm verbunden sind, wie die Rebe am Weinstock (Joh 15), dann haben wir Anteil an Seinem Leben und dadurch Kraft, die Sünde und die Welt zu überwinden, um Gott und den Nächsten zu lieben. Unsere Freiheit besteht durch den Heiligen Geist, der uns befähigt, die Welt, den Teufel und die Sünde zu überwinden, um den Willen Gottes zu tun.

Das Reich Gottes steht derzeit im Kampf, da die Welt und ihr Fürst noch nicht vernichtet sind, ebenso wie unsere alte Natur in uns noch gegen das Reich Gottes aufbegehrt. Wir kämpfen daher sowohl innerlich gegen unsere Begierden als auch äußerlich gegen verschiedenste Versuchungen.

Das neue Leben wird nur dort sichtbar, wo wir diesen Kampf aufnehmen. Dort erfüllt sich die Bitte aus dem Vater Unser, dass Gottes Wille auf Erden geschehe, wie es im Himmel der Fall ist. Das Reich Gottes ist himmlisch, aber es soll auf Erden sichtbar werden. Darum ist das Ziel Vollkommenheit, die Umsetzung jedoch ein täglicher Kampf, erfahrungsgemäß mit Rückschlägen. Essentiell ist daher das Gebot Jesu „Bleibt in mir!“ Wenn wir im (durch den) Geist wandeln, werden wir die Werke des Fleisches nicht vollbringen.

Was bedeutet das für die Gemeinde?

Die Gemeinde ist die einzige Gesellschaft der Welt, in der das Reich Gottes verwirklicht werden kann. Die Frage ist nur, wie viel davon sichtbar wird! Hier geht es über den persönlichen Gehorsam hinaus zum gemeinschaftlichen Gehorsam, doch die Grundsätze sind dieselben.

Es ist eine Gemeinschaft, in deren Mitte der Baum des Lebens steht; jeder hat Zugang durch den Glauben, jeder ist durch den Heiligen Geist in einer persönlichen Verbindung mit dem Weinstock und lebt aus dessen Kraft. Jedes Glied erlebt dieselbe Freiheit von der Macht der Sünde und kämpft denselben guten Kampf des Glaubens.

Alles, was in der Welt durch die Sünde verzerrt und zerstört ist, wird in der Gemeinde wiederhergestellt:

In Eden und im Himmel gehört alles Gott, und alle Menschen haben denselben Anteil an den Gütern der Schöpfung. In der Welt reißen habgierige Sünder die Dinge an sich in der Meinung, ihr Lebensglück im Besitz zu finden.

In Eden und im Himmel gibt es Speis und Trank im Überfluss zur Stillung der notwendigen Bedürfnisse aller. In der Welt kommt es oft zu Völlerei und Trunksucht, da die Menschen meinen, ihr Lebensglück in der Maßlosigkeit zu finden.

In Eden und im Himmel ist die Beziehung zwischen Mann und Frau ein Abbild der Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde. Deshalb ist die Ehe rein zu halten und unauflösbar. In der Welt missbrauchen die Menschen eine von der Grundidee losgelöste Sexualität zur Selbstbefriedigung, in der Meinung, ihr Lebensglück in der Ausschweifung zu finden.

In Eden und im Himmel sind alle Menschen gleich vor Gott, da sie Sein Bild unverfälscht tragen. In der Welt werden Unterscheide zwischen den Menschen gemacht, gibt es Sklaverei und Diskriminierung, da die Menschen meinen, Ihr Lebensglück in Machtgewinn zu finden.

In Eden und im Himmel begegnen die Menschen einander in Liebe, dienen einander und halten zusammen. In der Welt werden Kriege geführt, in der Meinung, dass wir unser Lebensglück darin finden, unsere Feinde zu besiegen und irdischen Ruhm zu gewinnen.

In Eden und im Himmel ist alles Licht und Wahrheit, da vor Gott alles offenbar ist und die Liebe sich an der Wahrheit freut. In der Welt wird viel gelogen und die Menschen verwenden Eide, weil sie unglaubwürdig geworden sind, in der Meinung ihr Lebensglück erschleichen zu müssen.

All das, lehrt uns unser König in der Bergpredigt, müssen wir überwinden, um der Welt zu zeigen, dass das wahre Lebensglück nicht außerhalb des Reiches Gottes zu finden ist. Je mehr wir davon tatsächlich verwirklichen – und das ist ein Kampf gegen unsere gesamte bisherige Lebenserfahrung! – desto mehr wird man von uns sagen können: „Ihr seid das Licht der Welt und eine Stadt auf dem Berg.“ Das neue Jerusalem!

Alexander Basnar, Jänner 2007

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